IT-Outsourcing: 6 Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit einem IT-Dienstleister

Next Big Think März 09, 2021

Albert Einstein wird gern mit dem Satz zitiert: “Wissen heißt wissen, wo es steht.” Niemand verfügt über das gesamte Weltwissen und die Expertise sämtlicher Fachrichtungen. Wichtig ist immer nur, dass man weiß, wen man fragen muss, wenn man selbst nicht mehr weiterkommt.
Digitalisierungsvorhaben sind mit zunehmend komplexeren Aufgaben und spezifischeren Anforderungen verbunden – darum wundert es einen nicht, dass die Nachfrage nach externen Experten in den letzten Jahren enorm gestiegen ist.
So sind verschiedene IT-Outsourcing-Geschäftsmodelle entstanden – vom Auslagern ganzer Unternehmensbereiche bis hin zur externen Entwicklung kleiner Software-Puzzleteile. Welches ist das richtige Modell für Sie? Wir stellen Ihnen hier die verschiedenen Arten des IT-Outsourcings vor und gehen auf die Vor- und Nachteile ein.

1. Complete Outsourcing

Was ist das?
Beim “Complete” oder auch “Comprehensive Outsourcing” kommen sämtliche IT-Leistungen aus einer Hand. Ein gesamter Unternehmensbereich wird an einen externen Dienstleister ausgelagert – im Fall des IT-Outsourcings die Informationstechnik des Unternehmens.

Pluspunkte
Grund dafür sind fehlende Kompetenzen oder Manpower im Kundenunternehmen. Die eigenen Ressourcen reichen nicht aus, um die anfallenden Aufgaben oder Entwicklungsvorhaben zu stemmen. Mit dem IT-Outsourcing kann sich der Auftraggeber voll und ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren und das eigene Personal dahingehend einsetzen. Externe Dienstleister sind kostengünstiger, als ein eigenes Team mit entsprechendem Knowhow aufzubauen. Die Kosten werden vertraglich festgelegt und sind somit gut planbar und transparent. IT-Dienstleister sind auf dem neuesten Stand und haben die aktuellen technischen Entwicklungen und die gegenwärtigen Standards in der IT-Sicherheit im Blick. Mit der vollständigen Auslagerung an einen einzelnen Anbieter fällt der Aufwand für die Steuerung des externen Dienstleisters relativ gering aus.

Herausforderung
Allerdings macht sich das Kundenunternehmen beim Complete Outsourcing stark vom Anbieter abhängig. Sollte der Provider nicht in der Lage sein, die geforderten Leistungen zu erfüllen, kann es zu Ausfällen und erheblichen Arbeitseinschränkungen beim Auftraggeber kommen. Sollte sich das Kundenunternehmen entscheiden, den IT-Dienstleister zu wechseln, ist dies mit enormem Arbeitsaufwand verbunden.

2. Multi-Sourcing

Was ist das?
Beim Multi-Sourcing werden Teilbereiche des Unternehmens an verschiedene Anbieter ausgelagert.

Pluspunkte
So können die bestmöglichen Lieferanten mit Spezialwissen für die gewünschte Lösung gefunden werden. Dieses Konzept wird als “Best of Breed” bezeichnet. Das Kundenunternehmen macht sich so weniger abhängig von einzelnen Anbietern.

Herausforderung
Mehrere externe IT-Dienstleister bringen auch einen Mehraufwand in der Steuerung der Provider mit sich. Der Kunde muss intern Personal abstellen, welches die Zusammenarbeit organisiert.

3. Outtasking/ Managed Services

Was ist das?
Den Anbieterunternehmen werden klar definierte Aufgaben übergeben. Die Anbieter werden lediglich für konkrete Serviceleistungen beauftragt, die in die Geschäftsprozesse des Kundenunternehmens integriert werden.

Pluspunkte
Ein großer Teil der Informationstechnik bleibt beim Unternehmen selbst und weniger der internen Kompetenzen gehen verloren, wie es beim Complete-Outsourcing und Multi-Sourcing der Fall ist. Das Abhängigkeitsverhältnis ist damit deutlich geringer als bei den vorher vorgestellten IT-Outsourcing-Modellen. In diesem Bereich sind auch On-Demand-Modelle möglich, welche eine höhere Flexibilität für den Auftraggeber mit sich bringen.

Herausforderung
Diese Art des IT-Outsourcings ist vorrangig für standardisierte Aufgaben zweckmäßig. Wie beim Multisourcing ist die Koordination der Anbieter mit hohem Arbeitsaufwand verbunden.

4. Application-Outsourcing und –Hosting

Was ist das?
Beim Application-Outsourcing ist der externe Dienstleister verantwortlich für den Betrieb einer konkreten Anwendung. Er übernimmt Service- und Support-Aufgaben, die Lizenzen für die Applikation bleiben in der Regel beim Anwenderunternehmen. Eine Sonderform des Application-Outsourcings und ein beliebtes Modell des IT-Outsourcings ist “Software as a service". Hierbei liegen die Rechte an der Software und die Infrastruktur beim IT-Dienstleister. Wie der Name des Modells bereits verrät, ist die Software in diesem Fall kein Lizenzprodukt im klassischen Sinne, sondern eine Serviceleistung.

Pluspunkte
Der Kunde kann sich nach Bedarf einzelne Module zusammengesetzten (modulares System) und an bestehende Unternehmensprozesse anbinden. Das Anwenderunternehmen kann die Software per Browser-Zugriff in der Cloud nutzen. Die Implementierung, Wartung und Updates werden vom externen Dienstleister übernommen. Die Kosten werden meist anhand der Nutzerzahlen oder des Nutzungsumfang, beispielsweise nach der Anzahl an Transaktionen, berechnet. Diese Form des Outsourcings ist schnell, kostengünstig und flexibel.

Herausforderung
Application-Outsourcing ist hauptsächlich für standardisierte Aufgabenbereiche geeignet.

5. Shared Services

Was ist das?
Shared Services sind eine Alternative zu den anderen Outsourcing-Modellen, die auch als internes Outsourcing beschrieben wird. Der Dienstleister ist Teil des Anwenderunternehmens und bündelt sämtliche Serviceaufgaben in einer zentralen Anlaufstelle. Allen Departments des Unternehmens können sich hier Unterstützung holen.

Pluspunkte
Mit dieser Form des Outsourcings, bleiben die Kompetenzen im Unternehmen. Die Shared Service Center können sehr hilfreich sein, um Prozesse zu vereinheitlichen und Datenstandards durchzusetzen.

Herausforderung
Es gelangt kein neues Knowhow in die Prozesse, was sich nicht zwangsläufig positiv auf die weitere Entwicklung des Unternehmens auswirkt. Im Gegensatz zu den anderen Outsourcing-Modellen sind Shared Service Center deutlich kostenintensiver.

6. Offshoring

Was ist das?
Offshoring beschreibt das Auslagern von Leistungen ins Ausland. Eine Sonderform des Offshoring ist das Nearshoring. Hier werden Länder in geografischer Nähe zum Anwenderunternehmen für die IT-Dienstleistung gewählt. Für deutsche Unternehmen würden beispielsweise Anbieter aus der Ukraine, Polen oder Bulgarien unter den Begriff Nearshoring fallen.

Pluspunkte
Einer der größten Vorteile sind die niedrigen Kosten, da das Lohnniveau für qualifizierte Fachkräfte in anderen Ländern deutlich geringer ist.

Herausforderung
Allerdings bringt die Zusammenarbeit mit ausländischen Dienstleistern auch großen Arbeitsaufwand mit sich – durch die Differenzen in Sprache, Kultur und Zeitzonen muss deutlich höherer Kommunikations- und Steuerungsaufwand betrieben werden. Des Weiteren können rechtliche Unterschiede zwischen dem Standort des Anwenderunternehmens und des IT-Dienstleisters zu Problemen führen - beispielsweise in Fragen des Datenschutzes.

Eine auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Anwendung, eine konkrete IT-Aufgabe oder eine Rundum-Sorglos-Software-Lösung? fintechcube ist der richtige Partner für Sie!
Gern beraten wir Sie zu verschiedenen IT-Outsourcing-Möglichkeiten.
Wir finden die beste Lösung für Ihr Unternehmen.

Daniel Rieger 
Partnerships Development Manager 
E-Mail: daniel.rieger@fintechcube.com
LinkedIn
Wann haben Sie Zeit für ein erstes unverbindliches Kennenlerngespräch? Tragen Sie sich hier einfach in den Kalender von Daniel Rieger ein.

www.fintechcube.com

Beim Newsletter anmelden und keinen Artikel mehr verpassen

Die spannendsten Artikel der Woche jeden Freitag direkt in Ihr Postfach

* Pflichtfeld

Sarah Kolberg

Sarah Kolberg ist Redakteurin bei fintechcube und hat sich in ihrer bisherigen Laufbahn vor allem mit der digitalen Transformation im Public Sector beschäftigt.