Digitalisierung im deutschen Mittelstand: Erfolge, Probleme, Handlungsfelder

Next Big Think Sep. 09, 2021


Die Corona-Pandemie hat den großen Digitalisierungsbedarf vieler mittelgroßer Unternehmen offengelegt. 96 Prozent der mittelständischen Entscheider sehen laut einer Studie enormen Handlungsbedarf, vor allem bei der Anpassung von Vertriebsaktivitäten. Warum kommt man jedoch bei der viel beschworenen Digitalen Transformation nicht weiter?

Seit Jahren warnen Experten, dass sich der deutsche Mittelstand im digitalen Dornröschenschlaf befände und viel größere Anstrengungen unternehmen müsste, um Vertrieb und Geschäftsmodelle zu digitalisieren. Sonst käme Deutschland schon bald nicht mehr im internationalen Wettbewerb mit. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen jetzt auf die Digitalisierung konzentrieren“, drängt etwa Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom in einem Artikel in der „WELT“. Seine Warnung: „Gerade im Mittelstand passiert einfach zu wenig.“

„Digital Leader“: Hoher Digitalisierungsgrad in der Finanz- und Kommunikationsbranche

Dabei zeigt der aktuelle Digitalisierungs-Index, der 2020 zum 5. Mal von der Deutschen Telekom erstellt wurde, ein durchaus optimistisches Bild: Die Digitalisierungsbemühungen von mittelständischen Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr enorm gesteigert. Der Grund liegt auf der Hand: die Corona-Pandemie, die alle zum Umdenken zwang und der Digitalisierung einen enormen Schub verliehen hat. Nahezu jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) war dazu gezwungen, kurzfristig Geschäftsmodelle sowie Produkt- bzw. Dienstleistungsangebote anzupassen.

Nur 10 Prozent aller KMU’s sind wirklich gut durch die Krise gekommen, da ihre Prozesse bereits weitestgehend digitalisiert sind. Das betrifft vor allem die Finanz- und Versicherungsbranche und den Kommunikations- und Informationssektor. Unternehmen in diesen Bereichen haben einen hohen Digitalisierungsgrad und gelten darum als „Digital Leader“. 75 Prozent von ihnen geben an, zufrieden mit den Umsätzen zu sein und wollen zuversichtlich neue Ideen und Innovationen auf den Weg bringen, während sich andere Branchen, wie zum Beispiel private Dienstleistungen, das Baugewerbe und der Handel, eher schwer mit der digitalen Transformation tun, also mit der Umstellung von analogen Prozessen auf digitale.

Woran scheitert die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen?

Eine aktuelle Studie von Baulig Consulting von Mai 2021 hat die Gründe beleuchtet, warum sich viele mittelgroße Unternehmen bei dem Thema Digitaler Vertrieb die Zähne ausbeißen. Denn fast alle Unternehmen (96 Prozent) sehen einen großen Handlungsbedarf – vor allem bei der Königsdisziplin, der Neukundengewinnung, aber auch bei digitalen Verkaufsgesprächen z. B. per Videocall oder bei digitalen Vertragsabschlüssen.

Selbst wenn Wille und Budget da sind, um Anpassungen und Schulungen vorzunehmen, fehlt es zu 73 Prozent am Expertenwissen. Experten, so die mittelständischen Entscheider, die passgenaue Vorschläge für die Anforderungen eines jeden einzelnen Unternehmens hätten, die sich um die Implementierung neuer Systeme kümmern und Mitarbeiter schulen könnten, die Rundum-Pakete anbieten können, deren Kosten jedoch nicht den eng gesteckten Rahmen vieler Unternehmen sprengen würden…

Mangel an digitalem Vertriebs-Knowhow

Man ist sich einig, dass die digitale Transformation des Vertriebs alternativlos ist. Bislang sind laut Studie nur etwa 50 Prozent der folgenden Vertriebsaktivitäten digitalisiert: Bestandskundenvertrieb, Bestell- und Reservierungsprozesse und interne Informations- und Kommunikationsprozesse. Auch wünschen sich die Teilnehmer der Studie mehr Aus- und Fortbildungsprogramme zum Digitalen Vertrieb (73 Prozent) und Hilfe bei der zielgruppengenauen Ansprache über Social-Media-Kanäle (70 Prozent). Den größten Handlungsbedarf sieht man jedoch – wie oben bereits erwähnt – bei der Neukundengewinnung, Verkaufsgesprächen sowie Beauftragungen und Vertragsabschlüssen. Die Befragten geben zu, dass ihnen relevante Umsätze verloren gehen, wenn sie ihre Vertriebsstrategien nicht anpassen. Doch es fehlt an allen Ecken und Enden an qualifizierten, spezialisierten Experten.

Ende 2020 konstatierte Bitkom 86.000 offene Stellen für IT-Fachkräfte in Deutschland. Und sechs von zehn Unternehmen (60 Prozent) erwarten, dass sich der Fachkräftemangel künftig deutlich verschärfen wird…
„Die Krise hat in allen Branchen Defizite bei der Digitalisierung aufgezeigt und einen Digitalisierungsschub ausgelöst, der die Nachfrage nach IT-Spezialisten schon bald wieder ansteigen lässt“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Gerade während der Krise entscheidet sich, welche Unternehmen sich erfolgreich für die digitale Zukunft aufstellen können. Jetzt ist der Moment, in digitale Geschäftsmodelle zu investieren, und dafür braucht es zwingend Digital-Knowhow.“
Den richtigen Dienstleister zu finden, der einen mit Wissen und Technologien startklar für die Zukunft macht, ist jedoch ein schwieriges Unterfangen – und wird den Mittelstand auch 2022 noch stark beschäftigen.

Wir von fintechcube bieten Ihnen digitale Vertriebstools, vom Angebotsrechner über den digitalen Vertragsabschluss bis hin zum Kundenportal für Bestandskunden. Unsere Lösungen beinhalten viele einzelne Module, die nicht von der Stange sind, sondern sich Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen.

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Daniel Rieger 
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Silvia Schaub

Mit ihrer langjährigen Erfahrung aus großen Verlagshäusern unterstützt Silvia Schaub fintechcube seit 2020 als Senior Content Managerin – und hat dabei ihre Leidenschaft fürs Digitale entdeckt.