Kurz gefasst: Künstliche Intelligenz in 3 Minuten

Next Big Think Apr. 29, 2020

Müssen wir damit rechnen, dass Maschinen in Zukunft die Kontrolle übernehmen? Noch kennen wir solche Szenarien nur aus Filmen wie Terminator. Allerdings beschleunigt sich die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) immer mehr. Ein Hauptgrund ist die steigende Rechenleistung von immer günstigeren und leistungsfähigeren Prozessoren.

Was ist künstliche Intelligenz?

Doch was versteht man eigentlich unter künstlicher Intelligenz? KI sind Systeme oder Maschinen, die menschliche Intelligenz anhand von Algorithmen nachahmen. Dazu simulieren Softwareprogramme das komplexe neuronale Netzwerk unseres Gehirns. Diese Software lernt durch Versuch und Irrtum und erreicht dadurch immer bessere Lösungen.

Allgemein wird zwischen starker und schwacher KI unterschieden:

  • Eine starke KI kann nicht nur rein reaktiv handeln, sondern entscheidet proaktiv und aus einem eigenen Antrieb heraus. Bislang konnte allerdings eine starke KI weder entwickelt werden, noch ist eine Entwicklung absehbar.
  • Eine schwache KI zielt auf die Lösung konkreter, klar eingegrenzter Anwendungsprobleme ab. Dabei können sich die entwickelten Systeme mittels Erfahrung (d.h. historischer Daten) selbst zu optimieren.

Anwendungsgebiete von künstlicher Intelligenz

Noch vor wenigen Jahren haben uns Maschinen vor allem schwere körperliche Arbeit abgenommen. Dank künstlicher Intelligenz können uns Maschinen heute zusätzlich bei unseren Denk- und Entscheidungsprozessen unterstützen: Berichte können maschinell geschrieben werden, Texte übersetzt oder Chatbots zur Kommunikation eingesetzt werden. Maschinen wie Drohnen oder Autos können sich selbstständig an neue Umgebungssituationen anpassen und in Echtzeit lernen. Durch Mustererkennung kann KI die Steuerung und Optimierung von Infrastrukturen (unter anderem im Straßenverkehr oder im Stromnetz) übernehmen, bei der Identifikation von Betrugsfällen helfen und im Gesundheitsbereich bei der Krebsdiagnostik unterstützen.

Ausblick

Gesamtwirtschaftlich betrachtet hat KI das Potential, in den nächsten Jahren zu einem großen Wachstumstreiber zu werden. In Studien gehen Unternehmensberatungen wie zum Beispiel McKinsey davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung bis zum Jahr 2030 durch KI um 1,2 Prozent pro Jahr gesteigert werden kann.

Zum Vergleich: Als im 18. Jahrhundert die Dampfmaschine erfunden wurde, löste diese eine industrielle Revolution aus, die das Leben der Menschen grundlegend veränderte. Diese Erfindung brachte damals einen jährlichen Wachstumseffekt von 0,3 Prozentpunkten.

Es deutet also viel darauf hin, dass wir aktuell erst am Anfang eines KI-getriebenen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchs stehen. Oder um es mit den Worten von Tim Cook, CEO bei Apple, zu sagen: „KI ist so grundlegend. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo der GPU* so mächtig ist, dass sich Möglichkeiten für einfach unglaubliche Dinge eröffnen. Und es wird von hier an nur noch besser werden. Wir alle müssen sichergehen, dass wir KI zum Wohle der Menschheit nutzen und nicht umgekehrt.“ (2017 im Interview mit MIT Technology Review).

In unserem Artikel So geht‘s: 5 Tipps zur künstlichen Intelligenz für Entscheider und Macher erfahren Sie, wie KI auch in Ihrem Unternehmen nutzbar gemacht werden kann.

*GPU bezeichnet leistungsfähige Grafikprozessoren, die unter anderem auch für KI-Anwendungen eingesetzt werden

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Gregor Puchalla

Gregor Puchalla ist Gründer und Geschäftsführer von fintechcube. Zukunftstrends sind seine Leidenschaft. Gregor hat 15 Jahre Erfahrung auf operativer und strategischer Ebene im Bereich Digitalisierung