Modulare Systeme und offene Schnittstellenarchitekturen

Next Big Think Jan. 13, 2021

Was sind modulare Systeme und wieso werden Sie in der Software-Entwicklung immer beliebter? Welche Vorteile haben die digitalen Baukastensysteme für Sie? Wir haben Ihnen in einem kurzen Überblicksartikel zusammengefasst, was es mit Modulen und offenen Schnittstellen auf sich hat und warum  Sie sich für ein modulares System entscheiden sollten.

Was sind modulare Systeme?

Mithilfe von Modularität können komplexe Systeme organisiert und vereinfacht werden.

Modulare Systeme sind keine ganzheitlichen Systeme, sondern setzen sich aus einer Vielzahl von Komponenten zusammen. In diesem dynamischen Baukastensystem erledigt jede Komponente (Modul) eine konkrete Aufgabe und agiert eigenständig. Die Funktionsfähigkeit des Systems ist gewährleistet, auch wenn eine der Komponenten ausfällt.

Die Komponenten können je nach Bedarf zusammengesetzt und unabhängig von der vorliegenden Infrastruktur implementiert werden.

Vorteile von modularen Systemen:

  • Hohe Fehlertoleranz: Laufen auch bei Ausfall von einzelnen Komponenten zuverlässig
  • Skalierbarkeit: Schnelle Integration neuer Module
  • Hohe Flexibilität: Schnelle Änderungen möglich, da Module unabhängig voneinander funktionieren, Unabhängigkeit von vorliegender Infrastruktur, Preis-Modelle nach Bedarf
  • Mögliche Spezialisierung einzelner Module: Module agieren als Microservices und sind für eine Aufgabe zuständig, erledigen spezielle Aufgabe besser als ganzheitliche Systeme, bedienen von Nischenmärkten
  • Wiederverwendbarkeit: Module können in anderen Systemen wiederverwendet werden

Offene Schnittstellen

Offene Schnittstellen werden auch oft als Application Programming Interface (API) bezeichnet. Schnittstellen sind die Bindeglieder zwischen den Komponenten eines modularen Systems. Durch die Schnittstellen können Daten zwischen den einzelnen Modulen ausgetauscht werden. Für die User wird so ein universeller Zugriff ermöglicht. Ein Anbieter, der eine Software-Lösung zur Verfügung stellt, kann mehrere APIs veröffentlichen. Diese können Drittentwickler nutzen, um die Software in einem neuen Kontext zu verwenden.

Vorteile offener Schnittstellen in der Infrastruktur:

  • Flexible Anbindung von Software-Modulen
  • Schnelle Synchronisation von Daten möglich
  • Einheitliches Interface für eine Vielzahl von Services
  • Vergrößern der Nutzerbasis

Auswirkungen und Anwendungsbeispiel für offene Schnittstellen

Historisch gewachsene Anwendungen im Bereich Unternehmenssoftware sind oft als geschlossene Systeme konzipiert. Bei diesen sogenannten Legacy Systemen ist eine Erweiterung oder Anbindung von innovativen Applikationen meist nur schwer möglich, da diesen Systemen die notwendige Flexibilität und die Schnittstellen für einen Datenaustausch fehlen.

Solche monolithischen IT-Strukturen verhindern die schnelle Umsetzung von neuen digitalen Geschäftsmodellen, die eine Integration von einzelnen Anwendungen oder Modulen erfordern.

Im Finanzbereich hat sich durch das Aufkommen der Finanz Start-ups (Fintechs) ein Trend herausgebildet, dass komplexe Geschäftsmodelle - wie zum Beispiel jene von Universalbanken - in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Spezialisierte Start-ups konzentrieren sich auf ein konkretes Anwendungsproblem, wie zum Beispiel Payment oder Kreditvergabe und stellen den passenden Service als digitale App bereit (“Unbundling”).

Inzwischen bündeln digitale Plattformen diese einzelnen Services wieder und fassen die Applikationen unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammen (“Rebundling”). Die einzelnen Anwendungen und Module können durch Dritte wie zum Beispiel Start-ups zugeliefert werden und über die offenen Schnittstellen einfach eingebunden werden. Es zeigt sich die Entwicklung, dass große Unternehmen Start-ups dabei unterstützen, sich in Marktnischen zu etablieren und ihre Geschäftsmodelle zu skalieren. Das ist notwendig, da für die zahlreichen neuen Angebote auf dem Markt häufig das kundenseitige Vertrauen fehlt. Die etablierten Anbieter agieren hier in einer neuen beratenden Rolle (“Trusted Advisor”). Sie bürgen mit ihrer Empfehlung für die Vertrauenswürdigkeit von Anwendungen und können im Gegenzug umfassende und innovative Services anbieten, die gebündelt auf ihrem System zugänglich sind und so neue Zielgruppen und Kunden erreichen.

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Sarah Kolberg

Sarah Kolberg ist Redakteurin bei fintechcube und hat sich in ihrer bisherigen Laufbahn vor allem mit der digitalen Transformation im Public Sector beschäftigt.