Risiko oder Chance: Was bringt es Startups, Digitalprojekte auszulagern?

Next Big Think Feb. 09, 2021

Nehmen wir mal an, jemand hat eine bahnbrechende Idee für eine innovative Consulting-Plattform. Er gründet ein Startup, findet Investoren, die diese Idee unterstützen, Mitstreiter, die mit ihm das Konzept erarbeiten. Was jetzt noch fehlt, ist ein IT-Team, das aus dem Ganzen eine Software bastelt… Was spricht dafür, selbst junge dynamische Entwickler anzuheuern, die das Startup unterstützen? Was spricht dagegen? Wäre es vielleicht ein geschickter Schachzug, einen externen Dienstleister damit zu beauftragen?

Fachkräftemangel – oder: der mühsame Wettstreit um die besten Talente

Ein sehr gutes Argument, das für IT-Outsourcing spricht, ist der sogenannte War of Talents. Qualifizierte IT-Fachkräfte sind fast so selten wie ein Schneeleopard im Harz oder Bernstein am Bodensee. Startups müssen sehr viel Mühe und Kosten investieren, um die geeigneten Leute zu rekrutieren. Der ganze Bewerbungsprozess bis zum tatsächlichen Arbeitsstart eines neuen Kollegen kann Monate in Anspruch nehmen – wertvolle Zeit, in der das Digitalprojekt des Startups erstmal auf Eis liegen. Zudem ist es langfristig deutlich teurer, ein Inhouse-Entwickler-Team aufzubauen und zu unterhalten, als die Softwareentwicklung für zeitlich begrenzte Projekte auszulagern. Aufgrund der hohen Nachfrage an IT-Fachkräften steigen die Gehälter für qualifizierte Mitarbeiter in diesem Bereich. Im Wettstreit mit großen Konzernen, die Fachkräften oft mehr bieten können, gehen Startups immer wieder leer aus. Durch IT-Outsourcing gelangen jedoch auch kleinere Unternehmen an genau die spezialisierten Profis, die sie für ihr Vorhaben benötigen.  

Zwei Erfolgsfaktoren: Flexibilität und Finanzierbarkeit  


Die Bereitstellung von Spezialisten sollte man übrigens noch mal als zusätzlichen Pluspunkt für externe Dienstleister hervorheben. Denn besonders in kleineren Unternehmen werden häufig IT-Generalisten eingestellt, welche sich einen Gesamtüberblick über die digitale Infrastruktur und die Anwendungen der Firma verschaffen. Zur Beurteilung von neuen Kandidaten für ein Inhouse-IT-Team ist bereits gewisses technisches Knowhow notwendig, das nicht immer gegeben ist. Hinzu kommt häufig eine schwankende Arbeitsbelastung für die extra eingestellten Entwickler.  
Statt sich langfristig an Mitarbeiter zu binden, können Startups mit IT-Outsourcing projektbasiert arbeiten. Je nach Cashflow des Unternehmens kann ein Budget für Softwareentwicklung abgesteckt werden. Ein externer Dienstleister kann somit oft bessere finanzielle Planbarkeit garantieren. Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil des IT-Outsourcing, welcher gerade in den frühen Phasen eines Startups entscheidend für dessen Erfolg oder gar dessen Überleben sein kann.

Outsourcing für viele, aber nicht für alle Branchen sinnvoll

Die Softwareentwicklung ist oft einer der größten Kostenpunkte für Startups, an dem kein Weg vorbeiführt. Selbst beim Fokus auf physische Produkte werden Web-Anwendungen (wie beispielsweise Online-Shops oder Websites) benötigt, die im Marketing und Vertrieb eingesetzt werden. Für Unternehmen, deren Kernkompetenzen nicht im IT-Bereich liegen, ist es durchaus ein Gewinn, IT-Outsourcing in Betracht zu ziehen. So kann sich das vorhandene interne Personal anderweitig fokussieren und das Kerngeschäft vorantreiben, beispielsweise durch Kundengewinnung, das Steigern der Bekanntheit des Unternehmens und ähnlichem.

Prinzipiell gilt: Die inhaltlich wichtigen Kompetenzen, auf denen die Startup-Idee beruht, sollten im eigenen Haus vorhanden sein. Ein Fitness-Startup sollte über eine überdurchschnittliche Fitness-Expertise verfügen. Ein Consulting-Startup tut gut daran, wenn es Ahnung von Consulting hat. So sollte auch ein Tech-Unternehmen, das sich zum Beispiel auf spezielle Hardwarelösungen konzentriert, selbstverständlich über digitalkompetente, festangestellte Fachkräfte verfügen. Sofern sich dann für Schnittstellenprobleme keine fertigen Plug-in-Lösungen finden lassen, kann jedoch auch hier das Auslagern sinnvoll sein, um maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Pain Points zu finden – vor allem wenn das eigene Team nicht die notwendigen Fähigkeiten besitzt oder aber mit anderen Aufgaben gänzlich ausgelastet ist.

So finden Sie den richtigen Digitalisierungspartner:

Entscheidend für eine gewinnbringende Zusammenarbeit ist die Wahl des richtigen Dienstleisters. Im ersten Schritt sollten Sie nach Kernkompetenzen der möglichen Auftragnehmer filtern. Machen Sie sich den Umfang der auszulagernden Leistung vollständig bewusst.  Hinterfragen Sie die Leistungsfähigkeit des Digitaldienstleisters:

  • Kann der Dienstleister die von Ihnen geforderte Leistung im gewünschten Zeitraum erfüllen?
  • Brauchen Sie lediglich ein externes Entwickler-Team oder ein ganzes Projekt-Team?
  • Benötigen Sie einen internen Mitarbeiter für das Qualitätsmanagement und Projektmanagement?

Legen Sie, sofern möglich, sämtliche Anforderungen, Präsentationstermine für Zwischenstände und Gegebenheiten für Korrekturen zuvor vertraglich fest. Beachten Sie dabei auch die rechtlichen Besonderheiten, die sich beispielsweise mit Offshore-Dienstleistern ergeben: Erfüllt der externe Dienstleister europäische Standards im Datenschutz und Compliance-Vorgaben Ihres Unternehmens?

Sorgen Sie für präzise vertragliche Regelungen und eine Transparenz für die Meilensteine im Projekt. Geben Sie klare Arbeitsanweisungen und Anforderungen und stellen Sie, falls nötig, einen internen Mitarbeiter ab, der für Kommunikation mit dem externen Team zuständig ist.

Wichtig ist es auch, stets das Urheberrecht an der fertigen Software im Vorfeld vertraglich festzulegen. Ist das Startup nach Fertigstellung des Projekts unabhängig oder eventuell noch an Nutzerlizenzen gebunden? Die Auftraggeber sollten sicherstellen, dass sie  alle Rechte für proprietäre Kernsoftware behalten. Warum? Hieran wird oft der Wert eines Startups gemessen!

IT-Outsourcing für Startups: Die Vorteile überwiegen meist

Ist IT-Outsourcing also eine gute Entscheidung für Startups? In den meisten Fällen lautet die Antwort: Ja! Sollte ein Unternehmen nicht selbst über Knowhow und Fachkräfte in diesem Bereich verfügen, kann ein externer IT-Dienstleister vor allem mit zwei guten Argumenten punkten: schnelle Fortschritte bei der Umsetzung von Ideen und finanzielle Flexibilität.

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Daniel Rieger  
Partnerships Development Manager
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Sarah Kolberg

Sarah Kolberg ist Redakteurin bei fintechcube und hat sich in ihrer bisherigen Laufbahn vor allem mit der digitalen Transformation im Public Sector beschäftigt.