Wie man Regulierung im Leasingmarkt mit digitalen Lösungen begegnet!

Next Big Think Apr. 06, 2021

Der Leasingmarkt wird nicht erst, aber insbesondere seit der Finanzkrise im Jahr 2008 stärker reguliert. Neue Regeln und Standards bedeuten gerade für kleine Leasingunternehmen deutlichen Mehraufwand. Auch wenn ihre Geschäftstätigkeit kleiner und Finanzierungsvolumen geringer sind, müssen sie oft die gleichen Vorschriften erfüllen wie größere Unternehmen. Dies ist einer der Gründe, warum die Anzahl am Markt aktiver Unternehmen zurückgegangen ist. Seit der Jahrtausendwende hat sie sich insbesondere durch Fusionen und Übernahmen mehr als halbiert.

Beispielsweise gilt seit 2009 Finanzierungsleasing als ein Finanzdienstleistungsgeschäft. Finanzierungsleasing ist daher erlaubnispflichtig und unterliegt der Aufsicht durch die BaFin. Für Unternehmen, die Finanzierungsleasing anbieten, hat dies weitreichende Konsequenzen. Einerseits bestehen neue organisatorische Pflichten wie ein angemessenes und wirksames Risikomanagement oder die Pflicht zur Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses nach geltenden Vorschriften für große Kapitalgesellschafen. Zudem bestehen Anzeigepflichten und die Pflicht, der BaFin auf Verlangen alle gewünschten Auskünfte zu erteilen und entsprechende Unterlagen vorzulegen. Anderseits haben die neuen Regeln auch Auswirkungen auf den Kundenprozess. Potenzielle Vertragspartner müssen förmlich umfassender identifiziert und die wirtschaftlich Berechtigten geprüft werden. Neben der Anpassung grundlegender Geschäftsprozesse bedeutet die strengere Regulierung also auch zusätzlichen Aufwand bei jedem Vertragsabschluss und somit im Tagesgeschäft.

Regulierung mit digitalen Lösungen begegnen

Eine stärkere Regulierung bedeutet für Leasingunternehmen stets zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Bei der Bewältigung können digitale Lösungen helfen. Sie können einerseits Prozesse strukturieren, anderseits die notwendige Kommunikation mit Kunden und Aufsichtsbehörden vereinfachen.

Durch gesetzliche Vorschriften entstehen insbesondere höhere Anforderungen an Informationsund Kommunikationsprozesse. Zustimmungen müssen eingeholt, weitergehende Daten abgefragt und Informationen an Kunden weitergegeben werden. Dies gestaltet sich insbesondere dann schwer, wenn Prozesse nicht standardisiert sind. Informationen werden bei Kunden beispielweise nicht einheitlich eingeholt oder unternehmensintern unterschiedlich abgelegt. Prozesse können insbesondere durch den Einsatz von digitalen Lösungen standardisiert werden. Mit einem digitalen Onboarding-Prozess ist beispielsweise genau definiert, welche Informationen an welcher Stelle notwendig sind. Sie werden einheitlich erfasst und zentral abgespeichert.

Erforderliche Daten und gesetzlich vorgeschriebenen Zustimmungen müssen so zudem nicht mehr mit zahlreichen Formularen und Papierverträgen eingeholt werden. Die Angaben können im Rahmen des jeweiligen digitalen sowie standardisierten Prozesses beim Kunden abgefragt werden und stehen so auch für andere Prozesse vollständig zur Verfügung. Leasingunternehmen haben stets im Griff, ob alle erforderlichen Daten vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall oder sind durch neue Regulierungsmaßnahmen weitere Angaben notwendig, so kann der Kunde diese unkompliziert ergänzen. Verlangen Aufsichtsbehörden Informationen, so stehen diese zudem schnell, vollständig und unkompliziert zur Verfügung und müssen nicht mehr aus verschiedenen Aktenordnern zusammengesucht werden.

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Dominic Hauser

Dominic Hauser ist Redakteur bei fintechcube. Davor war er in Bern als politischer Redakteur tätig und beschäftigte sich nach seinem Umzug nach Berlin mit der Digitalisierung des Public Sectors.