Vorteile von Virtual und Augmented Reality: Wie kann Ihr Unternehmen von den Technologien profitieren?

Next Big Think Dez. 14, 2020

Laut einer Studie von Pricewatercooperhouse wurden im Jahr 2019 in Deutschland ein Umsatz von 150 Millionen Euro mit Virtual Reality (VR)-Produkten erzielt. Der größte Absatzmarkt: die Gaming-Branche. Es wundert also nicht, dass die meisten Menschen die Technologie ausschließlich mit Entertainment verbinden. Doch Virtual Reality wie auch Augmented Reality (AR) sind nicht nur für den Endkonsumenten-Markt interessant, sondern haben enormes Potenzial für Unternehmen. Beschränkungen, die in der Realität bestehen, können in virtuellen Anwendungen aufgehoben oder die Realität mit virtuellen Elementen erweitert werden. Diese Möglichkeiten können Prozesse effizienter machen, Kosten einsparen und zum Arbeitsschutz beitragen.

Neue Form der Kollaboration durch Virtual Reality

Seit Corona dominieren Videokonferenzen und Telefonschalten unser aller Arbeitsalltag. Oft fehlt einem aber die physische Präsenz der Kollegen und die Zusammenarbeit ist oft umständlicher als vor Ort. Mithilfe von Virtual Reality eröffnen sich ganz neue Formen der Online-Kollaboration. Für die tägliche Zusammenarbeit können VR-Meeting-Tools wertvoll sein. Denn im virtuellen Raum haben Ihre Kollegen und Mitarbeiter eine stärkere Präsenz als über das Telefon oder die Webcam. Außerdem bietet Ihnen der Raum vielfältige Möglichkeiten zur Visualisierung, die über die klassische PowerPoint-Präsentation und fade Diagramme hinausgehen.

Nehmen wir einmal das Beispiel des Produktdesigns. Alle Beteiligten Akteure – Designer, Ingenieure, Produktmanager - können im virtuellen Raum zusammenkommen und anhand eines 3D-Modells den aktuellen Arbeitsstand besprechen. Statt Skizzen und Dokumente von A nach B zusenden und zu kommentieren, können alle gemeinsam den neusten Stand besprechen. Direkt am 3D-Modell werden Änderungen durchgeführt und deren Konsequenzen ersichtlich gemacht: Effizient, schnell und vor allem kostengünstig. Denn im Gegensatz zu einem physischen Prototyp sind Änderungen und das Erstellen von Zwischenständen eines virtuellen Prototyps enorm preiswert. Es fallen keine Materialkosten an, die Änderungen können in Echtzeit vorgenommen, Fehler schnell rückgängig gemacht werden. Es bleibt viel mehr Raum zum Ausprobieren. Außerdem können verschiedene Stimmen unabhängig von Standorten an den einen Tisch geholt werden. Bereits in einem frühen Entwicklungsstadium können viele Meinungen berücksichtigt werden, was sich in den meisten Fällen positiv auf die Qualität des Produkts auswirkt.

Überall, wo viele Player am Produkt beteiligt und Prototypen kostspielig sind, sollten die Einsatzmöglichkeiten von Virtual Reality geprüft werden.

Besserer Service durch Augmented Reality

Mit Augmented Reality lässt sich die reale Umgebung mit virtuellen Elementen ergänzen. Auch diese Funktion kann für eine effizientere Zusammenarbeit oder aber im Service eingesetzt werden. Nehmen wir an, eine Maschine Ihrer Produktionskette ist ausgefallen. Wenn niemand vor Ort ist, der sich mit den Eigenheiten der Maschine auskennt, müssen Sie einen externen Techniker beauftragen. Bis zum Termin können Tage und Wochen vergehen, in denen Sie die Maschine nicht nutzen können. Dies verursacht hohe Kosten: Einerseits den Produktionsausfall, anderseits Kosten für Anfahrt und Reparatur.

Mithilfe von Augmented Reality könnte sich dieser Prozess stark verkürzen. Ein Mitarbeiter vor Ort kontaktiert beim Ausfall der Maschine einen Servicetechniker. Ihr Mitarbeiter trägt eine AR-Brille und überträgt sein Sichtfeld auf das Endgerät des externen Technikers. Dieser übermittelt ihm visuelle Arbeitsanweisungen oder markiert Teile der Maschine, die er als nächstes bearbeiten muss. Schritt für Schritt leitet er Ihren Mitarbeiter durch die Reparatur. Nach kürzester Zeit läuft die Maschine wieder.

Für die Industrie ist die Technologie besonders wertvoll. Komplexe Prozesse können so auch von weniger erfahrenen Mitarbeitern durchgeführt werden. Der Experte mit dem Spezialwissen kann einfach per Live-Schalte hinzugezogen werden – das spart Zeit und Kosten! Generell birgt diese Art der Zusammenarbeit ein enormes Potenzial, den Kundenservice in bestimmten Bereich zu verbessern. Der Customer Service kann sich ein genaues Bild von der Situation vor Ort machen und den Kunden durch die nächsten Schritte führen.

Besser Ausbilden und Arbeiten mit VR/AR

Aufwendige Lern- und Schulungskonzepte lassen sich im virtuellen Raum kostengünstiger abbilden. Wo Auszubildende sonst zu Übungszwecken Material verbrauchen oder im laufenden Betrieb eingebunden werden, können Simulationen im virtuellen Raum eine echte Alternative sein. Wird die Tätigkeit realitätsgetreu im virtuellen Raum durchgeführt, verkürzt sich die Einarbeitungszeit der Mitarbeiter enorm. Außerdem können so auch gefährliche Arbeiten in einem sicheren Umfeld geübt werden. Oft werden Mitarbeiter auf seltene Szenarien nur punktuell vorbereitet, da die Schulungskosten zu hoch sind. Mit Simulationen können Mitarbeiter auch für diese ausreichend eingearbeitet werden. Das virtuelle Lernen trägt zu einer besseren Ausbildung, weniger Fehlern im laufenden Betrieb und zum Arbeitsschutz bei.

Bereits eingespieltem Personal kann die Arbeit mit Augmented Reality erleichtert werden. So können sie visuelle Arbeitsanweisungen direkt in ihr Sichtfeld projizieren lassen oder sich mit virtuellen Arbeitsfläche anstelle von Monitoren organisieren. Überall wo Dinge nachgeschlagen oder recherchiert werden müssen, kann der Einsatz der Technologie von Nutzen sein. Vor allem dann, wenn man freie Hände braucht. So kann sich der Lagerist die Positionen von Waren einblenden lassen und schnell fündig werden. Bei der Montage kann sich der Mitarbeiter Informationen einblenden lassen und sich voll auf den Arbeitsprozess konzentrieren.

Präsentationen mit Virtual und Augmented Reality

Die Technologien sind außerdem starke Instrumente der Präsentation - egal ob für interne oder externe Zwecke. Beispielsweise können Sie Investoren durch eine virtuelle Fabrik führen oder Ihr Produkt durch Augmented Reality direkt auf den Verhandlungs-Tisch projizieren lassen. Besonders für komplexe Produkte oder kostspielige Bauvorhaben ist diese Form der Präsentation sehr eindrucksvoll. Sie vermittelt nicht nur Informationen, sondern auch ein Erlebnis und kann für eine emotionale Darstellung herangezogen werden. In der Automobilbranche ist es bereits gängig, in Showrooms oder auf Messen neue Pkw-Modelle mithilfe von Virtual Reality zu präsentieren. Immer mehr Unternehmen nutzen Augmented Reality Marker an ihren Produkten, um Zusatzinformationen unterzubringen.

Ausblick

In einer Capgemini-Studie aus dem Jahr 2018 gaben 50 Prozent der Unternehmen an, sofern sie nicht bereits mit den Technologien in Kontakt gekommen sind, VR und AR in Ihren Arbeitsalltag integrieren zu wollen. Im Zusammenhang mit Augmented Reality wird die Effizienzsteigerung als größer Pluspunkt gesehen. Virtual Reality habe vor allem das Potenzial, den Arbeitsalltag sicherer zu machen. Bisher gibt es vielerorts vor allem Pilotprojekte. Unternehmen erproben erst, wie sie die Technologien für sich nutzbar machen können. In einigen Unternehmen sind VR und AR jedoch schon Standard. So hat der AR-Full-Service-Dienstleister Ubimax alle 400 BMW-Werkstätten der USA mit einem Remote-Support-System basierend auf Augmented Reality ausgestattet. DB Schenker hat für sein Personal im Bereich Verpackung ein VR-Schulungskonzept ausgerollt.

Mehr und mehr Unternehmen schaffen es, die schillernden Ideen auch umzusetzen. Vielleicht kann auch Ihr Unternehmen von Virtual und Augmented Reality profitieren?

Welche Potenziale haben VR/AR für Unternehmen?

  • VR ermöglicht neue Formen der Kollaboration
  • Virtuelle 3D-Modelle anstelle kostenintensiver Prototypen
  • Bessere Kommunikation mit Servicekräften und externen Dienstleistern durch Augmented Reality
  • Kosteneffiziente Umsetzung von Schulungen im virtuellen Raum
  • Starkes Medium für interne und externe Präsentationen

Sarah Kolberg

Sarah Kolberg ist Redakteurin bei fintechcube und hat sich in ihrer bisherigen Laufbahn vor allem mit der digitalen Transformation im Public Sector beschäftigt.