Was bedeutet KYC?

Next Big Think Juli 15, 2021

Beim Know-Your-Costumer-Prozess geht es darum, einen neuen privaten oder Unternehmenskunden zu identifizieren und verifizieren, bevor eine Bank, ein Kreditinstitut, ein Leasing- oder Factoring-Unternehmen o.ä. eine Geschäftsbeziehung mit ihm eingeht. Was genau wird hier gesetzlich gefordert? Und wie funktioniert ein KYC-Prozess in der Praxis?


Definition und Zweck

„Know your customer“ (deutsch: „Kenne deinen Kunden“) ist zwar ein Terminus, den man auch im Marketing oder Vertrieb anwenden kann. Aber insbesondere ist damit eine besonders sorgfältige Prüfung von Neukunden gemeint, zu der Kreditinstitute und Versicherungen verpflichtet sind. Der Gesetzesgeber sieht eine solche Durchleuchtung von Kunden vor, um Geldwäsche zu verhindern und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen. Auch dem Finanzunternehmen kommt ein KYC-Prozess zugute. So vermeidet es, einem Betrug zum Opfer zu fallen oder durch kriminelle Geldgeschäfte in Verruf zu geraten.

Welche Informationen werden benötigt?

Beim KYC geht es darum, den Neukunden nach den Richtlinien des Geldwäschegesetz und den strengen Vorschriften der Finanzregulierungsbehörde (kurz: GwG- und BaFin-konform) zu verifizieren. Die Daten des Vertragspartners werden mit Sanktionslisten u. ä. abgeglichen und auf Richtigkeit überprüft. Das kann manuell geschehen – oder (sehr viel schneller und fehlerfreier) online.

Bei natürlichen Personen müssen dafür zusätzlich zu den üblichen Personalien noch folgende Dinge abgefragt werden:
• Art der Berufstätigkeit und
• Zweck der Geschäftsbeziehung

Juristische Personen werden genauer betrachtet. Hier muss generell die Herkunft von Geldern und Vermögen geklärt werden. Diese Angaben sind nötig:
• Art der Gesellschaft
• Tätigkeit und Branche
• Branchencode
• Anzahl der Mitarbeiter
• Besitzverhältnisse und Firmenstruktur
• die wichtigsten erwarteten Finanzkennziffern
• Details zu Kundenbeziehungen wie z. B. Zahlungsverkehrsarten

Zu sogenannten politisch exponierten Personen (PEP) gehören Politiker und Personen im nahen Umfeld eines Politikers. An diese werden gemäß des Geldwäschegesetz strengere Anforderungen gestellt. So ist bei Finanzdienstleistern die explizite Zustimmung der Geschäftsführung nötig, um Geschäftsbeziehungen mit einer PEP einzugehen. Ferner werden Funktion und Ausübungsort der Person festgehalten.

Wie funktioniert die Authentifizierung?

Die Authentizifierung ist der Nachweis, dass der Vertragspartner auch die Person ist, die er vorgibt zu sein. Die Authentifizierung des Vertragspartners im persönlichen Gespräch läuft über Vorlage eines Personalausweises, Reisepasses oder eines vergleichbaren gültigen amtlichen Lichtbildausweises.
Für den kompletten KYC-Prozess inklusive Identifizierung und Authentifizierung gibt es jedoch auch verschiedene Online-Angebote, auf die man auch ohne Fachberater zurückgreifen kann und die häufig 24/7 und ortsunabhängig zur Verfügung stehen.

Für ein Video-Ident-Verfahren, z. B. mit IDnow, werden ein gültiges Ausweisdokument, eine stabile Internetverbindung, ein Computer mit Webcam sowie ein Smartphone oder Tablet benötigt. Dann folgt man einfach den Anweisungen der Experten im Video-Chat, um die Identifizierung online abzuschließen.
Auch POSTIDENT bietet eine solche Video-Identifizierung an, jedoch nur zwischen 8 und 22 Uhr. Zusätzlich gibt es auch noch den Service, sich mit seiner elektronischer Identitätsnummer (eID) zu identifizieren. Dafür braucht man einen deutschen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweis-Funktion sowie ein Smartphone mit aktivierter NFC-Funktion.

Nach erfolgreicher Identifikationsprüfung gilt der KYC-Prozess als abgeschlossen.

Um einen rechtsgültigen Vertrag zustande zu bringen, bedarf es häufig noch einer Unterschrift. Auch dafür gibt es inzwischen sichere, schnelle und rechtskonforme Online-Lösungen, sogenannte e-Signaturen von verschiedenen Anbietern.

Weiterführende Artikel zum Thema „Elektronische Signaturen“:

„Schneller, sicherer, nachhaltiger, günstiger – die Vorteile von e-Signaturen liegen auf der Hand.“ 3 Fragen an Nico Meetz von Mentana-Claimsoft GmbH

„Die Angst vor einer unzureichenden Legitimation von digitalen Verträgen ist unbegründet.“ 3 Fragen an Rechtsanwalt Stefan Schicker  

Sie brauchen eine KYC-Lösung?
fintechcube verfügt über jahrelange Erfahrung im Digitalisieren von Geschäftsprozessen im hochsensiblen Finanzmarkt und bringt ein großes Knowhow mit, wenn es um sichere, digitale Vertragsabschlüsse und rechtskonforme KYC-Prozesse geht.
Klicken Sie auf www.fintechcube.com – oder lassen Sie sich von unserem Partnerships Development Manager Daniel Rieger persönlich beraten: daniel.rieger@fintechcube.com

Silvia Schaub

Mit ihrer langjährigen Erfahrung aus großen Verlagshäusern unterstützt Silvia Schaub fintechcube seit 2020 als Senior Content Managerin – und hat dabei ihre Leidenschaft fürs Digitale entdeckt.