Worauf man beim Start in die Selbstständigkeit achten muss

cubeacademy Juni 04, 2020

Freie Zeiteinteilung, tolle Stundensätze, der/die eigene Chefin sein und sowieso: Ein erfüllendes Leben nach den eigenen Regeln. Da fragt man sich, warum nicht jeder mittlerweile selbstständig ist. Nun ja, da gibt es auch eine Kehrseite: Unregelmäßige Einkünfte, ein Verschwimmen von Beruflichem und Privatem sowie – und da wären wir beim Hauptthema dieses Artikels – einer ganzen Menge Bürokratie. Wie du diese meisterst bzw. worauf du beim Start in die Selbstständigkeit achten musst, wird hier kompakt zusammengefasst.

Bist du ein Freelancer-Typ?
Nicht jeder ist fürs freie Arbeiten gemacht. Du solltest nicht nur kreativ und motiviert, sondern auch diszipliniert und geordnet sein. Außerdem solltest du unternehmerisch denken können und dich nicht vor Themen fürchten, die außerhalb deines Kernbereichs liegen. Bringst du diese Eigenschaften mit, steht dem selbstbestimmten eigentlich nichts mehr im Wege.

Freiberufler oder Gewerbe?
…eigentlich, denn ist die Entscheidung erst einmal gefallen, geht es los mit der Bürokratie. Die Gretchenfrage für Selbstständige: Bin ich Freiberufler oder gewerbetreibend? Am Anfang sind die Konsequenzen dieser Einstufung meist noch nicht zu spüren, doch später birgt der Freiberufler*innen-Status doch einige Vorteile, weshalb niemand blind ein Gewerbe anmelden sollte, wenn dies gar nicht nötig ist. Die Unterscheidung ist im deutschen Recht leider gar nicht so trivial. Die Unterschiede beim Registrierungsprozess jedoch schon.

Anmeldung beim Finanzamt
Möchtest du ein Gewerbe anmelden, so füllst du einen entsprechenden (recht kurzen) Antrag aus. Die Gebühr pro Anmeldung variiert pro Bundesland, liegt dabei meistens um die 20 €. Achtung: Natürlich nur, wenn du solo-selbstständig bist. Möchtest du eine UG, GmbH oder AG gründen, wird das Ganze deutlich teurer und komplizierter. In allen Fällen erhältst du nach der Anmeldung einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, der mit seinen acht Seiten nichts für schwache Nerven ist. Wie du ihn bewältigst, kannst du im Artikel zum steuerlichen Erfassungsbogen auf GREATJOB nachlesen. Am Fragebogen kommst du auch als Freiberufler*in nicht vorbei. Hier beginnt deine Selbstständigkeit quasi, indem du diesen freiwillig beim Finanzamt anforderst, ausfüllst und dann auf deine Steuernummer wartest, die du – wie auch ein Gewerbetreibender – im Anschluss vom Finanzamt erhältst. Die Steuernummer benötigst du für die Rechnungsstellung.

Steuern
Ja, auch eine Steuererklärung ist als Freelancerin Pflicht. Hierbei geht es um die Einkommensteuer. Andere Steuer-Typen, die du kennen solltest, sind die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer, wobei zweite nur dann relevant ist, wenn du keinen Freiberuflerinnen-Status erhältst. Bei der Umsatzsteuer hast du die Möglichkeit, zu Beginn auf die Kleinunternehmerregelung zurückzugreifen. Das kann einiges vereinfachen, aber finanziell auch zu deinen Ungunsten sein. Faustregel: Hast du viele Ausgaben, verzichte auf die Kleinunternehmerregelung.

Krankenkasse, BAföG und Co.
Als Selbstständiger ändert sich in der Regel auch dein Status bei der Krankenkasse. Es sei denn, es handelt sich ganz klar um eine Nebentätigkeit, wobei auch hier andere Regeln für Studierende als für Arbeitnehmerinnen, die sich nebenbei ein zweites Standbein aufbauen wollen, gelten. Kleiner Tipp für Studierende: Unbedingt mit dem BAföG-Amt sprechen, wenn ihr BAföG in Anspruch nimmt und selbstständig durchstarten wollt.

Fazit
Natürlich konnte an dieser Stelle nur die Spitze des bürokratischen Eisbergs betrachtet werden. Wenn du mit dem Gedanken spielst, dich selbstständig zu machen oder es gar schon bist, dich bei den Themen aber immer noch unwohl fühlst, schau gerne bei den entsprechenden Webinaren vorbei. Q&A inklusive.

Autor: Paul Weinreich
Währens seines Studiums selbst Freelancer, weiß Paul aus erster Hand, worauf es beim Start in die Selbstständigkeit ankommt. Hierzu gibt er in der cubeacademy regelmäßig Webinare. Heute ist Paul Gründer der Online-Plattform Freelance Junior, die sich speziell an studentische Freelancer*innen richtet.

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