Zukunftstechnologien revolutionieren die Leasingbranche!

Next Big Think Apr. 01, 2021

Neue Technologien wie künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge stellen alle Unternehmen vor neue Herausforderungen. Gerade für Leasingunternehmen bieten sie aber auch viele Chancen. Einerseits entstehen neue Geschäftsfelder, anderseits können sie eigene Strukturen digitalisieren. Doch was bedeuteten die Zukunftstechnologien konkret für Leasingunternehmen? Unser Überblick!

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Kundenbedürfnissen zu entsprechen, müssen Unternehmen ihre Infrastruktur und Technik auf dem aktuellsten Stand halten. Auf die Wirtschaft kommen daher milliardenschwere Investitionen in neue Technologien zu. Leasingunternehmen können auf diesem Feld attraktive und leistungsstarke Angebote entwickeln. Denn im schnelllebigen Markt mit seinen immer kürzeren Produktzyklen ist es für Unternehmen oberste Priorität, anpassungsfähig zu bleiben. Leasing erlaubt ihnen diese gewünschte Flexibilität, weshalb der Leasingmarkt sich in diesem Bereich stark entwickeln wird.

Neue Technologien zwingen Leasingunternehmen aber insbesondere auch dazu, ihre eigenen Strukturen und Geschäftsmodelle zu digitalisieren. Dies gilt sowohl für interne Prozesse als auch für die Kommunikation mit Kunden und für die Vertragsgestaltung. Kunden erwarten, dass Vertragsabschluss und -pflege in Zukunft digital möglich sind. Dies gelingt beispielsweise mit digitalen Onboarding-Prozessen und Online-Benutzerkonten, in denen Vertragsdetails eingesehen und verwaltet werden können.

Neue Technologien ermöglichen eine flexiblere Vertragsgestaltung. Statt im Vorhinein definierte fixe Leasingraten sind künftig Output-orientierte Preismodelle möglich. Mit „pay-as-you-earn“ hängt die Leasingrate vom effektiven Output des Leasingobjekts ab. Least ein Kunde beispielsweise eine Produktionsmaschine, die zu Beginn nur wenig ausgelastet ist, so ist noch keine hohe Leasingrate fällig. Je mehr die Auslastung jedoch steigt, je wertvoller die Maschine also für den Kunden wird, desto höher wird auch die Leasingrate. Die Messung des Outputs wird durch den Einsatz von neuen Technologien möglich, unter anderem mit künstlicher Intelligenz, Sensorik oder dem Internet der Dinge.

Offene und modulare Systeme

Digitale Prozesse dürfen nicht für sich alleine stehen, sondern müssen miteinander vernetzt sein und daher über entsprechende Schnittstellen verfügen. Solche Schnittstellen bestehen heute aber häufig nicht, da in vielen Unternehmen Software-Lösungen noch als geschlossenes System umgesetzt wurden. Software-Lösungen, die über die Jahre gewachsen, immer wieder an neue Bedürfnisse angepasst und stellenweise weiterentwickelt wurden. Insgesamt gleichen sie einem Flickenteppich mit veralteter Betriebs- und Entwicklungsumgebung. Die Implementierung und Verknüpfung neuer Anwendungen und Technologien gestaltet sich aufgrund dieser geschlossenen Systeme schwierig.

Solche monolithischen Systeme sollten durch offene und modulare Lösungen ersetzt werden. Dabei steht nicht eine Gesamtlösung im Vordergrund, die alle Anwendungen abdeckt. Vielmehr muss bei den einzelnen Vorgängen begonnen werden. Beispielsweise „Erfassen von Vertragsdaten” oder „Identitätsprüfung von Neukunden”. Durch die Kombination und den hierarchischen Aufbau dieser einzelnen Komponenten ergibt sich schließlich die Gesamtlösung. Damit dies möglich ist, müssen die einzelnen Komponenten über offene Schnittstellen verfügen. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese einerseits miteinander funktionieren und anderseits für zukünftige Anwendungen offen sind.

Standardisierung von Prozessen

Eine weitere Herausforderung ist die fehlende Standardisierung von Prozessen. Prozesse in Unternehmen sind oft über die Jahre gewachsen und werden aus Gewohnheit so erledigt, wie es bisher gut funktioniert hat. Auch wenn das Ziel am Ende klar ist – der Weg dorthin kann dadurch von Abteilung zu Abteilung oder gar von Mitarbeiter zu Mitarbeiter variieren. Daten liegen dadurch in unterschiedlichen Formaten vor, bei der Bearbeitung gelten unterschiedliche Regelungen und eine „gemeinsame Sprache“ fehlt. Für den Einsatz neuer Technologien sind jedoch einheitliche Grundlagen und kompatible Vorgehensweisen notwendig. Nur so ist klar, wo eine neue Technologie anknüpfen kann und auf welcher Basis sie funktioniert.

Prozesse können insbesondere durch eine Digitalisierung und Automatisierung standardisiert werden. Einerseits wird der Output dadurch standardisiert und für weitere Anwendungen erschlossen. Durch einen digitalen Onboarding-Prozess stehen beispielsweise die relevanten Daten immer in entsprechendem Umfang sowie entsprechender Qualität und Form zur Verfügung. Anderseits werden Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Prozesse mit deren Struktur konfrontiert. Prozesse können dadurch hinterfragt und neu gedacht werden. Auf keinen Fall sollten bestehende Strukturen eins zu eins digitalisiert werden. Denn ein schlechter analoger Prozess bleibt auch digitalisiert schlecht.

Erschließung von Daten

Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz funktionieren nur mit großen Datenmengen. Daten, die in vielen Unternehmen zwar bereits vorhanden, für die Nutzung jedoch nicht entsprechend aufbereitet sind. In Unternehmen fallen bei unzähligen Prozessen Daten an, die aber oft nur im jeweiligen Kontext genutzt werden. Dadurch entstehen viele einzelne Datensilos, deren enthaltene Daten nicht miteinander verknüpft und als Ganzes genutzt werden können.

Diese Datensilos müssen aufgebrochen und die einzelnen Daten miteinander vernetzt nutzbar gemacht werden. In einem ersten Schritt muss sichergestellt werden, dass benötigte Daten in entsprechender Form, Qualität und Quantität verfügbar sind. In einem zweiten Schritt müssen gemeinsame Datenbanken geschaffen werden, auf die in allen Prozessen zugegriffen werden kann. Gewonnene Daten werden einerseits automatisch in diese gemeinsamen Datenbanken eingespeist. Anderseits können alle Prozesse auf diese zugreifen.

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Dominic Hauser

Dominic Hauser ist Redakteur bei fintechcube. Davor war er in Bern als politischer Redakteur tätig und beschäftigte sich nach seinem Umzug nach Berlin mit der Digitalisierung des Public Sectors.